Home Kontakt

ILI

Interview zur Staatsgründung des Staates Israel (14.Mai 1948) bzw. zur Aufnahme der Diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Deutschland (12. Mai 1965)

 



(Joel Lion, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Botschaft des Staates Israel in Berlin)

 

 

 

 

1. Frage:
Herr Lion, 40 Jahre diplomatische Beziehungen zwischen
Israel und Deutschland - was ist ihr Fazit dazu?

Ich glaube daß wir starke Beziehungen haben und nicht nur besondere Beziehungen. Die Beziehungen die heute zwischen Deutschland und Israel sind, sind Beziehungen die klar mit dem Ereignissen der Vergangenheit überschattet sind aber auch – das ist etwas schwer zu verstehen – Wurzeln in der Zukunft haben. Das heißt daß sich diese Beziehungen nicht nur auf die Vergangenheit, sondern sie beziehen sich auch auf die gemeinsamen Werte die wir haben. Werte der Demokratie, Freiheit und Gleichberechtigung. Das ist mir sehr wichtig einerseits die Vergangenheit zu sehen und andererseits aber auch den Blick in die Zukunft zu richten.

2. Frage:
So kann man sagen, daß - trotz einer schwierigen Vergangenheit in der Beziehung beider Länder - heute die Freundschaft überwiegt?

Klar daß die Freundschaft überwiegt. Aber man darf nicht vergessen, daß in Israel noch viele Überlebende der Schoah leben und daß diese Erinnerung an die Schrecken der Naziherrschaft immer noch da ist und weiter da sein wird.

3. Frage:
In Deutschland machen sich 60 Jahre nach Beendigung der Naziherrschaft wieder rechtsradikale Tendenzen bemerkbar; welche Emotionen löst das in Israel aus? Werden diese Entwicklungen wahrgenommen? Was erwarten -gerade auch Menschen die den Holocaust überlebt haben - von der deutschen Politik bzw. der deutschen Gesellschaft?

Man erwartet in Israel daß Deutschland die Verantwortung für die Zukunft übernimmt. So wie es der deutsche Bundespräsident Köhler schon oft gesagt hat, daß der Holocaust, die Schoah immer Teil der deutschen Identität bleiben wird. Und das kann man nicht vergessen, das soll man nicht vergessen.

4. Frage:
Israel befindet sich seit seiner Staatsgründung 1948 immer wieder in Konflikten mit seinen arabischen Nachbarn. Friedensbemühungen von mehreren Seiten sind über die Jahrzehnte immer wieder gescheitert. Welche Chancen auf einen umfassenden, dauerhaften Frieden zwischen Israel mit seinen arabischen Nachbarn - aber auch mit den Palästinensern – sehen
sie?

Wir müssen Frieden erreichen. Und ich glaube daß sich auch unsere arabischen Nachbarn mehr anstrengen müssen diesen Frieden zu erreichen. Es gibt interne Probleme in den arabischen Ländern. Wir sehen das; unsere Hand zum Frieden wird immer da sein, wird immer ausgestreckt sein. Wir werden immer bereit sein, die Verhandlungen zu einem gerechten Frieden und sicheren Frieden zu führen. Und das sind die zwei entscheidenden Punkte für uns: Die Anerkennung und die Sicherheit des Staates Israel. Die UNO Resolution 242 sagt ja klar daß Israel von seinen Nachbarn anerkannt werden muß und in sicheren Grenzen bestehen muß. Und das ist das was wir uns wünschen mit allen unsern Nachbarn.

5. Frage:
Was wünschen Sie sich persönlich von uns Deutschen, von uns Bürgern der Region hier im Chiemgau an einem solch historischen Tag wie heute?

Ich glaube das Wichtigste ist die Vergangenheit niemals zu vergessen, die Verantwortung zu nehmen damit das Existenzrecht Israels niemals in Frage gestellt wird.

Das Interview führte Andreas Wittenzellner aus Traunstein

 

Links & Medien
Messageboard
Newsletter
Kalender
NO COMMENTS

Photogalerie

Interview zur Staatsgründung des Staates Israel mit Joel Lion
KONTAKT
Postfach 330928 München
St.-Jakobs-Platz 18
80331 München
Tel: 089 - 22802577
Fax: 089 - 22802579

anizioni@yahoo.de